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Wie man eine Hochzeit feiert, ohne rote Zahlen zu schreiben

Eine Hochzeit ist der schönste Tag im Leben – manchmal aber auch der teuerste.

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Heiraten liegt wieder im Trend. Laut der Statistik Austria ist die Anzahl der Eheschließungen in Österreich im letzten Jahr um 3,3 Prozent angestiegen – nicht ganz unverantwortlich sind für diese Entwicklung mal wieder InfluencerInnen, die sich immer öfter im heiratsfähigen Alter befinden und ihren großen Tag so instagramtauglich wie nur möglich inszenieren.

Vom Verlobungsantrag bis zum Jawort – jeder Moment einer modernen Hochzeit ist ein durchkomponiertes Posting. Durch Seiten wie Pinterest, die vor Wedding-Inspo förmlich übergehen, werden die Ansprüche aller jungen Menschen, die gerne den Bund fürs Leben schließen möchten, zusätzlich immens angehoben. Und am Ende ist eine Hochzeit vor allem immer eins: schweineteuer.

Sandra Wimmer ist Geschäftsführerin der Veranstaltungsagentur Eventperle und weiß um die Kosten einer zeitgemäßen Hochzeit. Zwar gehe der Trend in Österreich immer mehr zu einer niedrigeren Gästeanzahl, das bedeute aber nicht, dass sich die Gesamtausgaben verringern – Prioritäten haben sich verschoben. "Entfernte Verwandte, ArbeitskollegInnen und lockere Freunde sind nun seltener auf den Gästelisten zu finden, dafür wird aber mehr Wert auf Dekoration, Blumenschmuck, regionales Essen und eine ausgelassene Feier gelegt", erklärt Wimmer gegenüber k.at. Im Durchschnitt ließen sich die Kosten für eine Hochzeit mit 60 Gästen zwischen 10.000 und 20.000 Euro ansiedeln, nach oben hin sind dabei natürlich keine Grenzen gesetzt.

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Wie (und ob) man es schafft, eine Hochzeit zu feiern, ohne dabei einen Verlust zu machen, kommt laut Wimmer darauf an, wie geplant wurde. "Hat die Hochzeit beispielsweise 30.000 Euro gekostet und es wurden 80 Gäste eingeladen, so müsste jeder Gast ein Geldgeschenk von durchschnittlich 375 Euro machen, damit das Brautpaar mit Null aussteigt. Das scheint eher unrealistisch."

Möglich sei ein schuldenfreier Start ins Eheleben aber dennoch. Wenn es sich etwa um eine kleine Hochzeitsgesellschaft handelt, die nach standesamtlicher Trauung im eigenen Garten feiert, sei es sogar denkbar, mit einem Gewinn auszusteigen.

Gefährliche Kostenfallen verstecken sich zudem oft hinter einzelnen Accessoires oder Dekoelementen, die erst summiert wirklich ins Gewicht fallen. Wimmer warnt besonders vor solchen Kleinigkeiten und rät dazu, sich alles akribisch zu notieren: "Ich kenne eine Braut, die plötzlich 5.000 Euro über dem Budget lag, weil sie immer wieder kleine Beträge für die unterschiedlichsten Dinge ausgegeben hatte, die eigentlich gar nicht vorgesehen waren. Am Ende war sie ganz verzweifelt und brachte fast alles wieder zurück in die Geschäfte." Die Erstellung eines Budgetplans sei das A und O, ein finanzieller Puffer sollte für solche Fälle immer einkalkuliert sein.

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Sparen sollte man jedoch nicht am falschen Ende. Eines dieser falschen Enden ist etwa das Catering: "Die Qualität der Speisen und ein guter Service bleiben den Gästen oft in Erinnerung und heben zudem die Stimmung." Auch bei den Hochzeitsfotos sollte man nicht knausern und stattdessen in einen Profi investieren, um späteren Enttäuschungen vorzubeugen.

Aber nicht nur für die Brautleute selbst, auch für die Gäste sind Hochzeiten oft mit einem Kostenaufwand verbunden. Schließlich ist es üblich, dem Brautpaar mit einem Zuschuss für die Flitterwochen (oder eben die Hochzeit selbst) auszuhelfen. Wer schon mal auf einer Hochzeit war, weiß, dass Geldscheine-Origami eine echte Kunst sein kann. Da kann es schon mal passieren, dass man innerhalb kurzer Zeit auf mehreren Hochzeiten eingeladen ist – und dementsprechend knapp bei Kasse ist.

Zumal man nie wirklich weiß, welcher Betrag angemessen ist. Laut Sandra Wimmer hängt die Höhe der Geldspende immer von der Beziehung zum Brautpaar und der eigenen finanziellen Lage ab: "Für Studierende oder Auszubildende ist es völlig legitim, Beträge bis maximal 50 Euro zu schenken. Enge Freunde schenken in der Regel bis zu 100 Euro, Verwandte beginnen oft erst ab einem Betrag von 150 Euro bis hin zu mehreren tausend Euro." Als Faustregel könne man sich immer daran orientieren, wie viel das Brautpaar für einen selbst auf der Hochzeit ausgibt. Meistens sind das zwischen 40 und 100 Euro.

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