APA - Austria Presse Agentur

70 Prozent der UkrainerInnen wollen nicht in Österreich bleiben

Etwa 1.600 UkrainerInnen haben am Sonntag laut Innenministerium die österreichische Grenze überschritten, der Großteil im Pkw.

Davon gaben etwa 70 Prozent an, weiterreisen zu wollen. Derzeit befinden sich ca. 50 Ukrainer in Versorgung in Nachbarschaftsquartieren. Um den Kriegsflüchtlingen zu helfen, sollen zwei Stellen im Innenministerium Hilfsgüter und Unterkünfte für Flüchtlinge koordinieren.

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Österreich laut Karner kein primäres Zielland

Österreich sei für die Flüchtlinge kein primäres Zielland, betonte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) am Montag gegenüber Journalisten. Einige Kriegsvertriebenen werden wohl dennoch vorübergehend in Österreich bleiben. Im Innenministerium will man ihnen "Nachbarschaftshilfe" bieten. Gemeinden und Städte haben sich zur Aufnahme bereit erklärt, auch die Länder bereiten sich darauf vor.

Am meisten würden die UkrainerInnen von finanziellen Zuwendungen profitieren, von Sachspenden möge man Abstand nehmen, hieß es aus dem Innenministerium. Dieses setzt auf zentrale Koordinierung im eigenen Haus: Hilfsmittel werden über das Einsatz-Koordinationscenter (EKC) koordiniert, an das sich auch Gemeinden künftig wenden können sollen. Für Unterkünfte ist die Bundesbetreuungsagentur (BBU) zuständig – und per Mail unter nachbarschaftsquartier@bbu.gv.at erreichbar.

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90 Tage können UkrainerInnen sich im Schengenraum derzeit ohne Visum frei bewegen. Um die vorübergehende Versorgung der Kriegsflüchtlinge zu erleichtern, wird die EU am Donnerstag beim Treffen der Innenminister aller Wahrscheinlichkeit nach die Richtlinie für temporären Schutz in Kraft setzen. Mit der Richtlinie können europaweit einheitliche Standards gesetzt und Gesamtentscheidungen getroffen werden. Auch einen Arbeitsmarktzugang sollen die Geflüchteten dadurch erhalten. Bei einzelnen Punkten können Nationalstaaten individuell nachschärfen.