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Der Nationalrat hat ein Verbot von "Homo-Heilungen" beschlossen

Sogenannte Konversionstherapien, die Jugendlichen ihre Homosexualität austreiben sollen, sind in Österreich künftig verboten.

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Erst seit dem Jahr 1990 wird Homo- und Bisexualität von der Weltgesundheitsorganisation nicht mehr als psychische Krankheit eingestuft – dennoch werden weltweit immer noch sogenannte Konversionstherapien durchgeführt, deren Ziel es ist, junge Menschen von ihrer sexuellen Orientierung zu "heilen" und homosexuelles in asexuelles oder heterosexuelles Verhalten "umzuwandeln".

Solche "Therapien" sollen in Österreich künftig verboten sein, wie der Nationalrat nun einstimmig beschlossen hat. "Wir stoppen heute Homo-Heiler in Österreich", freute sich Mario Lindner von der SPÖ in einer Aussendung. Von ihm war die Initiative ausgegangen.

Die RednerInnen in der Debatte waren sich einig gewesen, dass "Versuche, die sexuelle Orientierung zu verändern, unethisch sind und zu großen gesundheitlichen Schäden wie Depressionen bis hin zu Selbstmord führen können", heißt es weiter. Sogar die FPÖ hat zugestimmt – mit der Begründung, Kinder und Jugendliche seien immer prioritär zu schützen.

In Deutschland hatte Gesundheitsminister Jens Spahn erst kürzlich verlautet, er wolle ein Verbot von Konversionstherapien auf den Weg bringen und strebe dafür Gespräche mit dem Justizministerium an. Laut der Magnus-Hirschfeld-Stiftung müsse man in Deutschland jährlich von Tausenden Fällen ausgehen, in denen versucht wird, Homosexuelle zu "korrigieren". Für Österreich sind diesbezüglich kein Zahlen bekannt.

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