APA - Austria Presse Agentur

Frauentag 2021: Sondersitzung im Nationalrat

Erstmals wird der Internationale Frauentag mit einer Sondersitzung des österreichischen Nationalrats geehrt.

Der Anlass ist freilich kein erfreulicher, wenn man den Initiatorinnen folgt. Denn die Corona-Pandemie laste besonders auf den Schultern der Frauen, meint die SPÖ in ihrem "Dringlichen Antrag" an die Regierung. Gefordert werden unter anderem ein Konjunkturpaket unter besonderer Berücksichtigung der Anliegen weiblicher Arbeitnehmer und eine Unterhaltsgarantie.

In dem von Parteichefin Pamela Rendi-Wagner gezeichneten Antrag wird darauf verwiesen, dass Frauen sehr oft in systemrelevanten, schlecht bezahlten Berufen die Grundversorgung der Gesellschaft aufrechterhielten: "Sie sind im Krankenhaus, auf der Intensivstation, im Pflegeheim und im Supermarkt tätig und müssen zugleich noch mehr als sonst die unbezahlte Sorgearbeit zu Hause leisten."

Dazu würden Frauen am Arbeitsmarkt besonders hart getroffen. Sowohl die Arbeitslosigkeit insgesamt als auch die Langzeitarbeitslosigkeit im Speziellen nähmen bei Frauen stärker als bei Männern zu, schreibt der SPÖ-Klub und beklagt, dass die Regierung dabei nur zusehe und die Frauen im Regen stehen lasse.

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Auch die psychische Gesundheit der Frauen leide mehr als die der Männer. Die SPÖ führt dies darauf zurück, dass Frauen durch Home-Schooling in Verbindung mit Home-Office stärker gefordert gewesen seien. Ökonomisch und psychisch besonders betroffen seien hier Alleinerzieherinnen.

Schließlich führe die Corona-Krise zu Existenzsorgen und Überlastung, die sich in einer weiteren Zunahme häuslicher Gewalt äußerten. Bei den Anrufen der Frauen-Helpline habe es eine Zunahme von 40 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr gegeben.

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Die Forderungsliste der SPÖ ist umfassend. Verlangt werden etwa ein höheres Arbeitslosengeld, gezielte Frauen-Arbeitsmarktförderungen, mehr Geld für Gewaltschutz und Kinderbetreuungseinrichtungen, ein Soforthilfepaket für Alleinerziehende sowie Maßnahmen zur Verbesserung der aktuellen Situation von Ein-Personen-Unternehmen.

Debattiert wird der "Dringliche Antrag", der am Vormittag im Nationalrat eingebracht wurde, ab 12 Uhr.