APA - Austria Presse Agentur

George Floyd wurde in Pearland beigesetzt

Der bei einem gewaltsamen Polizeieinsatz in den USA getötete Afroamerikaner George Floyd ist beigesetzt worden.

Das Begräbnis sei abgeschlossen, erklärte die Polizei in Pearland im US-Staat Texas am Dienstagabend auf Twitter. Nach einer emotionalen Trauerfeier in Houston war Floyds Sarg zum Friedhof Houston Memorial Gardens in der Nachbarstadt Pearland gebracht worden. Der Leichenwagen wurde von der Polizei eskortiert. Auf der letzten Meile wurde der Sarg in einer weißen Pferdekutsche transportiert. Zwei weitere Kutschen folgten. Das Eintreffen des Trauerzugs am Friedhof verfolgten zahlreiche Menschen am Straßenrand. Der Gottesdienst war live übertragen worden, die anschließende Beisetzung erfolgte im Privaten.

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An der Trauerfeier für Floyd in Houston hatten neben den Angehörigen rund 2.500 Ehrengäste Abschied genommen. Auch Angehörige anderer Opfer von Gewalt gegen Afroamerikaner in den USA waren anwesend. So waren beispielsweise der Vater des im Februar getöteten Joggers Ahmaud Arbery und der Vater des 2014 erschossenen Michael Brown am Dienstag in der Kirche in Houston.

Zwei Reihen uniformierter Polizisten standen Spalier, als der goldenen Sarg vor dem Gottesdienst in die Kirche gebracht wurde. Auch der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden drückte seine Anteilnahme über eine Videobotschaft während des Gottesdienstes aus. Zu viele schwarze Menschen in den USA wüssten, dass sie ihr Leben verlieren könnten, indem sie einfach ihr Leben lebten. "Wir dürfen uns nicht abwenden. Wir können diesen Moment nicht ungenutzt verstreichen lassen und denken, wir könnten vor dem Rassismus die Augen verschließen", sagte er.

Während des vierstündige Gottesdienstes, der live von allen großen US-Fernsehsendern übertragen wurde, hielt der prominente Bürgerrechtler Al Sharpton die Trauerrede. Er bezeichnete Floyd als einen "gewöhnlichen Bruder", der ein großes Vermächtnis hinterlasse. "Gott nahm den verschmähten Stein und machte ihn zum Eckpfeiler einer Bewegung, die die ganze Welt verändern wird", sagte Sharpton. "Er hat die Welt verändert", sagte auch der demokratische Abgeordnete Al Green. "George Floyd hat die Welt verändert. Und wir werden die Welt wissen lassen, dass er einen Unterschied ausgemacht hat."

Der gewaltsame Tod Floyds durch einen weißen Polizisten bei einer Festnahme treibt seit zwei Wochen Hunderttausende Menschen in den USA und weltweit zu Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße. Der Todeskampf Floyds wurde mit einer Handykamera festgehalten und zeigt ihn, wie er nach Luft schnappt und "Mama" und "bitte, ich kann nicht atmen" stöhnt.

Seine letzten Worte sind zu einer Parole für Zehntausende von Demonstranten auf der ganzen Welt geworden, die seitdem trotz Coronavirus-Pandemie auf die Straße gegangen sind, um Gerechtigkeit für Floyd und ein Ende der Misshandlung von Minderheiten durch die US-Strafverfolgungsbehörden fordern. "Ich kann atmen. Und solange ich atme, kämpfe ich für Gerechtigkeit", erklärte Floyds Nichte Brooke Williams in einer Laudatio, die von den Trauernden in der Fountain of Praise Church in Houston mit Beifall bedacht wurde. "Dies ist nicht nur ein Mord, sondern ein Hassverbrechen." Williams war eine von mehreren Verwandten und Freunden, die - fast alle in Weiß gekleidet - während der Trauerfeier sprachen und sich an Floyd als liebevolle, überlebensgroße Persönlichkeit erinnerten.

Während der Totenmesse erklang Gospelmusik und es wurde eine Videomontage mit Fotos und Erinnerungen an den Mann gezeigt, der von seinen Freuden liebevoll "Big Floyd" genannt wurde. Philonise Floyd, ein Bruder des Verstorbenen, sagte schluchzend vor den Trauernden: "George war mein persönlicher Supermann." Auf Bannern waren Pop-Art-Illustrationen von Floyd zu sehen, der eine Baseballkappe mit einem Heiligenschein darüber trug, Blumen wurden vor einem Foto niedergelegt und Flaggen säumten die Straßen vor der Kirche. Tags zuvor hatten rund 6.000 Menschen am offenen Goldsarg Georg Floyd die letzte Ehre erwiesen.

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