APA - Austria Presse Agentur

Meta-Studie: Wo das Coronavirus in Spitälern lauert

Das medizinische Personal in Krankenhäusern sorgt sich, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Diese Angst hält auch viele Patienten mit anderen Erkrankungen von einem Besuch im Spital ab.

Französische Wissenschafter berichten nun im Fachblatt "Jama Network Open", dass Luftproben etwa von Intensivstationen, Gängen und Toiletten kontaminiert sein können - allerdings sind die Partikel des Erregers SARS-CoV-2 meist wohl nicht lebensfähig. Das Team um Gabriel Birgand von der Universitätsklinik Nantes wertete für die Meta-Analyse 24 Studien aus, von denen vier unpubliziert waren. Eine Arbeit aus Großbritannien und eine aus Italien sind die einzigen Untersuchungen aus Europa. Zehn Studien stammen aus China. Die jeweiligen Forscher hatten die Viruslast in der Luft unterschiedlicher Krankenhausareale mit PCR-Verfahren analysiert. In jenen Arealen, die von Patienten frequentiert werden, fiel gut jede sechste Probe positiv aus - 82 von 471 Proben (17,4 Prozent).

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Auf Intensivstationen waren demnach über 25 Prozent der Proben kontaminiert, im Vergleich zu knapp 11 Prozent auf anderen Stationen. Der höchste Prozentsatz positiver Proben stammte von öffentlich zugänglichen Gängen (56 Prozent) – wobei dort jedoch insgesamt nur 16 Proben genommen worden waren. Generell fiel jede dritte Probe (33,3 Prozent) aus öffentlichen Klinikbereichen positiv aus.

Die Autoren betonen jedoch, dass meist unklar sei, ob die Virenreste in den positiven Proben infektiös waren oder nicht. Viruskulturen wurden nur in fünf Studien angelegt, eine Kultivierung gelang nur in 7 von 81 Versuchen (8,6 Prozent).