APA - Austria Presse Agentur

Tirol: Koalitionsgespräche zwischen schwarz-rot

In Tirol scheinen eine Woche nach der Landtagswahl Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und SPÖ immer wahrscheinlicher.

ÖVP-Obmann Anton Mattle traf am Montagvormittag im Innsbrucker Landhaus die SPÖ zu einer zweiten, vertiefenden Sondierungsrunde. Es sei ein "weiteres sehr gutes Gespräch" gewesen, sagte SPÖ-Chef Georg Dornauer nach der Unterredung vor Journalisten. Er werde nun sein Gremium informieren und "darüber beraten". Auch die ÖVP wird ihre Gremien befassen.

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Gespräche seien positiv verlaufen

Am Nachmittag kommt außerdem das schwarze Verhandlungsteam bzw. die Steuerungsgruppe bestehend aus den Landesräten Josef Geisler und Johannes Tratter, Klubobmann Jakob Wolf, der EU-Abgeordneten Barbara Thaler und Mario Gerber vom Wirtschaftsbund zusammen. Am Abend werde Mattle dann eine Stellungnahme abgeben, hieß es von Seiten eines Parteisprechers. Am Vormittag hatte sich der ÖVP-Parteiobmann nicht geäußert. Auch Dornauer und sein Co-Verhandler, Landesgeschäftsführer Lukas Matt, gaben sich wortkarg und beteuerten lediglich, dass das Gespräch "positiv" verlaufen sei.

Der bisherige ÖVP-Koalitionspartner Grüne hatte indes am Sonntag Bilanz gezogen: Die ÖVP habe noch nicht "den notwendigen Mut zum Umsteuern in Tirol" gezeigt. Vier umwelt- und sozialpolitischen Anliegen seien für die Grünen ausschlaggebend, um doch noch in einer möglichen Dreierkoalition zu landen: die Alternativenprüfung des Kraftwerks Kaunertal, der Gletscher- und Klimaschutz, die Transit-Lösung am Fernpass und die Stundenreduktion in der Pflege. Man sei aber weiterhin zu Gesprächen bereit, verdeutlichte Klubobmann Gebi Mair gegenüber der APA.

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Schwarz-Rot als wahrscheinlichste Variante

Schwarz-Rot gilt allerdings nach wie vor als die wahrscheinlichste Variante. Das hat auch damit zu tun, dass sich bedeutende ÖVP-Granden dafür ausgesprochen hatten. Zudem verfügt diese Konstellation über 21 Mandate im 36-köpfigen Landesparlament. Die noch zur Debatte stehenden Dreiervarianten ÖVP/Grüne/NEOS sowie ÖVP/Liste Fritz/NEOS verfügen hingegen nur über eine knappe Mehrheit von 19 Mandaten. Mattle betonte jedoch stets, vom ÖVP-Vorstand ein Pouvoir zu haben, sowohl eine Zweierkoalition als auch eine Dreiervariante auszuloten.