Christoph Liebentritt

Skurriles Infotainment mit Cringe-Faktor: "Die Fellner Lesung"

Die etwas andere Art der Bühnenunterhaltung wartet am Montagabend im Wiener Volkstheater.

Dem Publikum vergeht hier das Lachen, und das ist bewusst so gewollt. Wie funktioniert das System "Wolfgang Fellner"? Dieser Frage geht das Trio Felix Hafner, Lukas Watzl und Josephine Bloéb am Montagabend im Wiener Volkstheater auf den Grund. Das Konzept der Bühnenlesung mit großem Cringe-Faktor stammt aus der Feder von Felix Hafner, Emily Richards und Anna Wielander vom Institut für Medien, Politik und Theater.

Nicht von ungefährt kommt also der Inhalt des etwas anderen Theaterabends: Worum geht es in den Gesprächen von “FELLNER! LIVE” wirklich? „Österreich“- Herausgeber Wolfgang Fellner beschreibt die Ausrichtung der Sendung als "unabhängig, unparteiisch, kritisch". Doch was erwartet die ZuseherInnen tatsächlich?

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Skurrile Unterhaltung im Wiener Volkstheater

In transkribierten Interviews und mit Recherchematerial wird die Medienarbeit Fellners und des Boulevards auf der Bühne akribisch unter die Lupe genommen. Das Kollektiv aus TheatermacherInnen sowie JournalistInnen hat dafür die Methoden des Medienmoguls analysiert und verschafft so einen Einblick in die Strategien und Techniken des österreichischen Boulevards.

Das Ergebnis ist ein absurdes Theaterstück, das wohl ebenso unterhält wie stellenweise verstört. In einem Verschnitt aus Originalmaterial und Interviews mit ExpertInnen entsteht ein Abend zwischen harter Medienanalyse und politischer Satire.

Die Causa Fellner

Die Aktualität des Stücks liegt auf der Hand. Die frühere oe24.tv-Moderatorin Raphaela Scharf und Katia Wagner, einst freie Mitarbeiterin Fellners, hatten sich vor mehreren Monaten mit Vorwürfen sexueller Belästigung gegen Fellner an die Öffentlichkeit gewandt. Der Medienmacher bestreitet die Vorwürfe nach wie vor vehement und hat ebenso rechtliche Schritte eingeleitet.

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