Screenshot via Facebook

Die Wiener Linien starten eine Kampagne gegen Manspreading

"Sei ein Ehrenmann und halt deine Beine zam!": Die Wiener Linien klären über Manspreading auf. Das ist längst überfällig.

“Sitzt du noch oder spreadest du schon?”: Diese Frage stellen nicht nur die Wiener Linien ihren FollowerInnen auf Facebook, sondern auch PendlerInnen stellen sich diese Frage wohl täglich, wenn sie sich auf einen halb belegten Platz quetschen.

Dass vor allem Männer in öffentlichen Verkehrsmitteln breitbeinig sitzen und so mehr Platz beanspruchen, als ihnen zusteht, ist ein Alltagsproblem, das oftmals als feministisches Luxusproblem abgetan wird – immerhin gäbe es auch scharenweise Frauen, die ihre Handtaschen auf den Platz neben sich abstellen und ihn so blockieren. Dass Männer sich im öffentlichen Raum mehr Platz nehmen als Frauen ist jedoch ein altbekanntes Muster, ein Machtverhalten, das sich durch alle möglichen Lebensbereiche zieht.

Aus diesem Grund haben Städte wie New York oder Madrid bereits vor Jahren gehandelt: In Madrid ist Manspreading beispielsweise verboten, in New York wurde das Problem mit einer großen Kampagne thematisiert. Auch die Wiener Linien machen nun auf dieses Problem aufmerksam – und ernten erwartungsgemäß erboste Kommentare und Erklärungen für die Sitzhaltung vieler Männer, Stichwort Quetschungsgefahr.

Wissenschaftliche Ergebnisse widersprechen sich hier: Es gibt Analysen, die zeigen, dass der männliche Körperbau gespreizte Beine verursacht, die Wissenschaftlerin Ina Hunger erklärte hingegen in einem Interview mit der “taz”, dass breitbeiniges Sitzen nichts anderes sei als das Kommunizieren von Präsenz – und das sei wiederum etwas, das Burschen schon in der Kindheit lernen. Bei Frauen werden ähnliche Muster in der Kindheit nur selten gefördert, so Hunger.

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