Screenshot via YouTube | Laura Sophie

Eine Influencerin will die Iran-Krise erklären – und erntet einen Shitstorm

Der Versuch der Influencerin Laura Sophie, über einen möglichen dritten Weltkrieg "aufzuklären", sorgt für eine Empörungswelle.

Die Influencerin Laura Sophie aus München hat 828.000 FollowerInnen auf Instagram und 220.000 AbonnentInnen auf ihrem YouTube-Kanal. Am meisten aber postet die 18-Jährige auf ihrem verifizierten TikTok-Profil. Dort folgen ihr beeindruckende 2,2 Millionen Accounts.

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Und dort wollte Laura Sophie auch vor Kurzem erklären, was es mit der Situation im Iran auf sich hat. "Hier mal ein kleines Aufklärungsvideo, warum der dritte Weltkrieg für uns Deutsche extrem gefährlich wär'", beginnt Laura Sophie den einminütigen Clip. Auf TikTok ist das Video inzwischen nicht mehr aufrufbar, auf anderen Plattformen wird es aber immer noch kräftig weiterverbreitet.

Nachdem die USA "einen der wichtigsten Männer vom Iran" getötet haben, wird der dritte Weltkrieg "vielleicht ausbrechen", so Laura Sophie. Es seien laut der Influencerin jedoch nicht nur zwei Länder, die da kämpfen – schließlich seien sowohl die USA als auch Frankreich und Deutschland Länder der NATO, und diese würde dann "automatisch" in den Krieg mit eintreten.

"Wenn die NATO mitmacht und sich Iran mit Russland und China zusammentut, dann ist das ein Riesenteil, das da kämpft. Und das wär' nicht gut." Der Iran verfüge über "extrem viele Atombomben und gefährliche Bomben" – wenn eine davon hochgehe, seien "wir alle futsch", ist Laura Sophie überzeugt.

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Dass die NATO kein Angriffsbündnis, sondern ein Verteidigungsbündnis ist, scheint die junge Frau nicht zu wissen. Zudem steht den Mitgliedsstaaten frei, ob und wie Bündnispartner militärisch unterstützt werden. Von einer automatischen Beteiligung der NATO-Staaten kann daher nicht die Rede sein. Auch ihre Aussagen, der Iran verfüge über Atomwaffen, sind haltlos.

Mit der Vermittlung von Halbwissen an ein derartig großes Publikum sorgt die junge Frau für eine Empörungswelle im Internet. "Gefühlt bin ich nach dem Video dümmer als zuvor", lautet etwa ein Kommentar auf Twitter. Andere NutzerInnen wiederum fordern, dass man die junge Frau aufklären solle, statt sie bloßzustellen. Auch die Einführung eines "Internetführerscheins" wird vorgeschlagen.

Laura Sophie selbst hat sich inzwischen entschuldigt – auf Twitter, wo sie 400 FollowerInnen hat. "Ich hab' eingesehen, dass meine Aussagen nicht ganz stimmen, welche ich im Video genannt habe. Aber mir wurde das so weitervermittelt und ich dachte, dass das stimmt. Sorry dafür." Sie habe ihren Fehler eingesehen und das Video offline genommen. "Bitte hört mit diesem Shitstorm auf."

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