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Ad Astra: Das steckt hinter der Schule von Elon Musk

Tesla-CEO Elon Musk hat 2014 eine eigene Schule für seine Kinder eröffnet. Doch was genau steckt hinter Ad Astra und was lehrt sie?

Wie "Enterpreneur" berichtet, hat Elon Musk schon öfter das US-amerikanische Bildungssystem kritisiert. Deshalb habe er sich 2014 dazu entschlossen, seine eigene Schule Ad Astra (lateinisch für "zu den Sternen") zu gründen. Alle seine fünf Söhne besuchen die Bildungsstätte inzwischen, heißt es.

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So funktioniert die Schule von Elon Musk

Ein ehemaliger Lehrer seiner Kinder – Josh Dahn – durfte bei Musks Schulprojekt mithelfen und sich als Mitbegründer daran beteiligen. Wie Dahn auf seiner Website "Synthesis" berichtet, wollte Musk, dass sich der Pädagoge ein neues Konzept der Schulbildung überlegt, die das Schulwesen revolutionieren sollte. 

2015 sprach der Tesla-CEO in einem Fernsehinterview in Peking über die Gründung der Bildungsstätte, die einen eher unkonventionelleren Ansatz, Wissen zu vermitteln, verfolgt. 

Laut "The Hustle" verfolgt die Schule folgende Ziele:

  • Keine Alterstrennung: Elon Musk ist der Meinung, dass eine Trennung der Kinder nach Altersgruppen für die Bildung nicht sinnvoll ist, da die SchülerInnen unterschiedliche Interessen und Fähigkeiten haben, die unabhängig von ihren Lebensjahren sind. Das bedeutet: Bei Ad Astra gibt es keine Klassen, alle Kinder lernen zusammen. 
  • Fokus auf Problemlösung: Kinder sollen das Wissen so vermittelt bekommen, dass sie nicht nur "Werkzeuge" erhalten, sondern tatsächlich Probleme lösen können. Wie Musk im Interview erklärte, sei es "langweilig" zu erfahren, welche Werkzeuge es gebe, anstatt zu lernen, wie man sie tatsächlich einsetzt. Deshalb soll Ad Astra mit lösungsorientiertem Unterricht und Fallbeispielen die SchülerInnen "auf die richtige Welt" vorbereiten. 
  • Gamification: Wie das "Wirtschaftslexikon Gabler" erklärt, handelt es sich bei dem Begriff um die Übertragung von "spieltypischen Elementen und Vorgängen in spielfremde Zusammenhänge mit dem Ziel der Verhaltensänderung und Motivationssteigerung." Das heißt, dass SchülerInnen an Musks Schule spielerisch Wissen vermittelt bekommen. Es findet also kein Frontalunterricht statt – die Kinder arbeiten zusammen in Gruppen an neuen Herausforderungen. 

Doch wie wird festgestellt, ob die SchülerInnen überhaupt zu Ad Astra passen? Laut "The Hustle" unterziehen sich die Kinder keinem IQ-Test, sondern sprechen direkt mit dem Personal vor Ort, ob sie in der Lage dazu wären, das Ad-Astra-Bildungsmodell zu genießen und zu nutzen.

Zunächst war vorhergesehen, dass nur MitarbeiterInnen von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX ihre Kinder für die Schule anmelden dürfen. Mittlerweile wurde das Anmeldeverfahren jedoch etwas gelockert, heißt es. Kinder, deren Eltern nicht in Musks Unternehmen tätig sind, können von seinen MitarbeiterInnen empfohlen werden, um Zugang zur Bildungsstätte zu erhalten.

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Keine Fremdsprachen, Sport und Musik 

Musk möchte vor allem, dass Ad-Astra-SchülerInnen nicht wie am Fließband behandelt, sondern ihre Fähigkeiten gefördert werden. Bei der Eröffnung 2014 besuchten insgesamt 14 Kinder zwischen sieben und 14 Jahren die Schule – laut "BBC" waren es im Jahr 2018 bereits 40 SchülerInnen. 

Die Kinder werden in Fächern wie künstliche Intelligenz (KI), Angewandte Wissenschaft, Mathematik, Codierung und Entwicklung von Robotern unterrichtet. 

Sportfächer, Fremdsprachen oder Musik stehen nicht auf dem Lehrplan. Der 50-jährige Geschäftsmann ist der Ansicht, dass es nicht mehr notwendig sei, in Schulen Fremdsprachen zu unterrichten, da es heute Übersetzungssoftware in Echtzeit gebe.

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Neue Bildungsplattform "Synthesis"

Der ehemalige Lehrer von Musks Kindern – Josh Dahn – bekam von Elon Musk den Auftrag, eine Bildungsplattform zu erstellen, die das Lernen für Kinder revolutionieren sollte. Wie "Wissenschaft-x" berichtet, arbeitete Dahn mit dem Entwickler der Lernsoftware "ClassDojo" Frank Chrisman zusammen. Dieser hatte sich mit "ClassDojo" darauf spezialisiert, ein Programm zu entwickeln, dass die Kommunikation zwischen Kindern und PädagogInnen erleichtern soll. 

Als Chrisman Ad Astra besuchte, soll er von der Bildungsstätte begeistert gewesen sein. Besonders der Klassenraum "Synthesis" hatte seine vollste Aufmerksamkeit, heißt es. Kinder lernten darin spielerisch, Probleme zu lösen, arbeiteten in Gruppen und gingen Fallbeispiele durch. 

Einige Jahre später entschieden sich Chrisman und Dahn gemeinsam dazu, diese Art des Lernens für alle Kinder weltweit zugänglich zu machen, indem sie das gleichnamige Online-Programm "Synthesis" gründeten.

Eltern können ihren Nachwuchs einschreiben und für die Plattform bezahlen. TeilnehmerInnen sollen lernen, Entscheidungen zu treffen und strategisch im spielerischen Setting Probleme zu lösen – eine Art Ad Astra für DurchschnittsbürgerInnen also.