Twitter/ Lydia Love/ Ally Hardesty

TikTok löscht dutzende Accounts von SexarbeiterInnen

Die Betroffenen sprechen von einer ungerechtfertigten "Säuberung" der Plattform.

Zahlreiche SexarbeiterInnen beschuldigen TikTok, ihre Accounts grundlos gelöscht zu haben und fühlen sich diskriminiert. Wie der "Rolling Stone" berichtet, sollen die Betroffenen bewusst keine freizügigen Inhalte gepostet haben, um nicht gegen die Richtlinien zu verstoßen.

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Was die betroffenen SexarbeiterInnen allerdings vereint: Sie haben auf ihre OnlyFans-Accounts verlinkt. Wie das Magazin berichtet, soll das der Grund für das Entfernen der Accounts gewesen sein.

Laut neuen Richtlinien darf man auf TikTok nicht auf andere Plattformen verlinken. Dass TikTok-Stars, wie beispielsweise Dixie D'Amelio, allerdings auf ihre YouTube- oder Instagram-Accounts verlinken, ist für TikTok anscheinend kein Problem – denn diese Accounts sind weiterhin aktiv. 

Die Betroffenen fühlen sich deshalb ungerecht behandelt. 

Ally Hardesty, eine Betroffene, postet auf der Plattform OnlyFans regelmäßig freizügigen Content. Auf TikTok hingegen habe sie nur Tanzvideos geteilt und begeisterte damit mehr als 40.000 UserInnen. Wie viele KollegInnen von ihr, konnte sie dadurch ihre Reichweite auf beiden Plattformen steigern.

Im November wurde ihr Account schließlich gelöscht. "Sie haben mir nur gesagt, dass ich meinen Account nicht wieder bekommen könnte, weil ich gegen die Richtlinien verstoßen hätte", berichtet Hardesty dem "Rolling Stone".

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Lydia Love, eine weitere Betroffene, erzählt, dass sie nicht einmal ihren OnlyFans-Account direkt verlinkt hatte, sondern einen Link eines Drittanbieters, der mehrere ihrer Social-Media Accounts auflistete.

Sie habe zudem nie vulgäre Sprache verwendet und Wörter falsch geschrieben, damit TikTok nicht erkennen konnte, worum es geht. Das ist bei vielen UserInnen üblich: Aus "Sex" wird "Seggs", aus "Sugar daddy" wird "Sugar daddi".

"Eine Menge Mädels, die ich kenne, wurden gelöscht. Es war eine groß angelegte Säuberung ohne Erklärung", berichtet sie weiter. 

TikTok hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert.