Laut Studie ist man in diesem Alter am unglücklichsten.

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Ist man in diesem Alter wirklich am unglücklichsten?

Laut einer Studie hat die Glückskurve im Leben zu einem bestimmten Alter den Tiefpunkt erreicht.

Ein Auf und Ab, das mit dem Empfinden von Glück und Unglück zusammenhängt, kennt jeder Mensch. Ein Forscher will aber herausgefunden haben, dass es ein bestimmtes Alter gibt, in dem man seinen absoluten Tiefpunkt erreicht hat, was Unzufriedenheit angeht – und zwar unabhängig von den äußeren Umständen. 

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Glückskurve verläuft u-förmig

Der Wirtschaftswissenschafter David G. Blanchflower vom Dartmouth College wollte in einer Studie herausfinden, ob die Glückskurve weltweit u-förmig verläuft und inwiefern das Alter mit der Lebenszufriedenheit zusammenhängt. In 132 Ländern, darunter 95 Entwicklungsländer, führte er zusammen mit seinem ForscherInnenteam Umfragen durch, um das Wohlbefinden der TeilnehmerInnen anhand der gesammelten Daten messen und vergleichen zu können.

Mit 47 Jahren sei man am unglücklichsten

Die Ergebnisse der Untersuchung ergaben, dass die Glückskurve in allen untersuchten Ländern u-förmig verläuft. Gemäß jener Kurve sinkt das Wohlbefinden sowie das Glücksempfinden von Frauen und Männern zunächst und soll in Industrienationen mit 47,2 Jahren und in den Entwicklungsländern mit 48,2 Jahren ihren Tiefpunkt erreicht haben.

Zwar berücksichtigte das ForscherInnenteam auch Lebensumstände wie Bildung, Beziehungsstatus und Beschäftigungsverhältnis, fand diese Ergebnisse aber auch häufig unabhängig von jenen externen Faktoren vor. Damit ist auch geklärt, dass es sich bei der Midlife Crisis nicht nur um einen Mythos handelt, wie Blanchflower gegenüber "The Irish Times" verdeutlicht: "Es gibt eine Midlife Crisis und das Glücksniveau ist mit Mitte 40 am niedrigsten."

Sind wir nun mit Mitte/Ende 40 zum Unglücklichsein verdammt? Ganz so schlimm ist es nicht, schließlich handle es sich hierbei um eine kurze Phase. Die gute Nachricht lautet: Nach einem Tiefpunkt kommt eine Wende und mit Ende 40 steigt die Liebenszufriedenheit deutlich an. 

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Warum ist man in diesem Alter so unzufrieden?

Die genauen Ursachen für diesen Tiefpunkt der Unzufriedenheit hat Blanchflower zwar nicht untersucht, im Interview mit "The Irish Times" gibt der Forscher aber an, dass die Ergebnisse mit Enttäuschungen zu tun haben könnten. Viele Menschen haben sich ihr Leben womöglich anders ausgemalt und sind frustriert, dass sie gewisse Ziele nicht erreicht haben, legt Blanchflower als Vermutung nahe. "Vielleicht dachtest du, du würdest Präsident von Irland werden, realisierst aber, dass das nicht passieren wird. Oder dass du nicht der National Football League oder für Manchester United spielst", so der Wirtschaftsforscher. 

Die Menschen berichteten jedoch, glücklicher und zufriedener zu sein, sobald sie begannen, "realistischer" in Bezug auf ihre Lebensziele zu werden, erklärt Blanchflower.