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Mehr Blähungen durch Depressionen, Stress und Angst?

Eine neue Studie zeigt, dass unsere psychische Gesundheit mit Darmbeschwerden eng zusammenhängt.

Blähungen sind einer neuen Studie zufolge das häufigste Magenproblem des Menschen. Die Ursache für die Blähungen könnte dich jedoch überraschen: Dem internationalen ForscherInnenteam zufolge scheinen schlechtere Lebensqualität, Stress, Angst und Depressionen für mehr Darmbeschwerden verantwortlich zu sein. 

Die WissenschafterInnen stellten ihre Ergebnisse auf der einer europäischen Gastroenterologie-Veranstaltung vor. Dieser medizinische Bereich befasst sich laut "DocCheck" unter anderem mit Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich und deren Therapie. 

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Über 80 Prozent der Befragten leiden an Blähungen

Für die Studie wurden 5.978 ProbandInnen aus den USA, Großbritannien und Mexiko zu ihrer Verdauung befragt. Alle TeilnehmerInnen im Alter zwischen 18 und 99 Jahren füllten einen Online-Fragebogen aus. Außerdem gaben sie ihren Body-Mass-Index, ihre Sportgewohnheiten, ihren emotionalen Zustand und ihre Lebensqualität der letzten sieben Tage an.

Die TeilnehmerInnen wurden anschließend für 24 Stunden beobachtet.

Mehr als vier von fünf Personen (81 Prozent) gaben Blähungen als ihr häufigstes Magen-Darm-Problem an.

Dabei litten die befragten TeilnehmerInnen unter folgenden Symptomen: 

  • Magengrummeln (61 Prozent) 
  • Aufstoßen (58 Prozent) 
  • Mundgeruch (48 Prozent) 
  • aufgeblähter Bauch (40 Prozent)
  • Druck im Bauch (39 Prozent)

Nur elf Prozent der Befragten gaben an, in dem Untersuchungszeitraum überhaupt keine Blähungen gehabt zu haben. Im Durchschnitt hatten die ProbandInnen während der Studie mit mindestens drei der angegebenen Symptome zu kämpfen.

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Mehr Magen-Darm-Beschwerden durch Stress und Depressionen

Die Ergebnisse zeigen, dass Blähungen häufig mit der psychischen Gesundheit und der Lebensqualität zusammenhängen. "Häufige Darmbeschwerden werden mit Depressionen, Angst und Stress sowie mit einer verminderten allgemeinen Lebensqualität in Verbindung gebracht", bestätigte der Hauptautor Olafur Palsson von der University of North Carolina in einer Medienmitteilung.

Die WissenschaftlerInnen des Rome Foundation Research Institute in den USA und des Danone Nutricia Research in Frankreich fanden außerdem heraus, dass jüngere Menschen zwischen 18 und 49 Jahren am häufigsten mit Blähungen zu kämpfen hatten.

Im Ländervergleich wiesen die Befragten in Mexiko deutlich mehr Beschwerden auf. Die Angaben der ProbandInnen aus den USA und Großbritannien waren im Allgemeinen ähnlich, obwohl die britischen ProbandInnen um sechs Prozent häufiger unter Blähungen und Magengrummeln litten. 

Was die Ursache für die Unterschiede zwischen den Nationen ist, ist laut den StudienautorInnen noch unklar. "Kulturelle, sprachliche, Ernährungs- oder Gesundheitsfaktoren könnten die Häufigkeit von blähungsbedingten Symptomen in der Bevölkerung beeinflussen", so Palsson.

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Professionelle Hilfe

Wer Selbstmordgedanken hat oder an Depressionen leidet, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits ein einzelnes Gespräch. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich rund um die Uhr kostenlos unter der Rufnummer 142 an die Telefonseelsorge wenden. Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt ÄrztInnen, Beratungsstellen oder Kliniken.