UN-Klimagipfel 2022, wie können wir unsere Zukunft ökologischer gestalten?

APA - Austria Presse Agentur

UN-Klimagipfel: Ernüchternde Ergebnisse in Krisenzeiten

Die UN-Klimakonferenz in Ägypten ist nach einer Verlängerung abgeschlossen, nun liegen die Ergebnisse vor.

Am Sonntag, dem 21. November, wurden die letzten Verhandlungsrunden zur 27. UN-Klimakonferenz im ägyptischen Scharm El-Scheich abgeschlossen. Ursprünglich war das Ende mit Freitag angesetzt, jedoch konnten sich die EntscheidungsträgerInnen bis dahin nicht einigen.

Schlussendlich wurde aber doch eine gemeinsame Linie gefunden: Länder, die bereits schwerwiegende Folgen des Klimawandels erleiden, sollen durch wohlhabendere Länder finanziell entschädigt und unterstützt werden.

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Raus aus Kohle und Öl, oder doch Methan?

Fossile Brennstoffe sind nicht nachhaltig, die Verschmutzung durch die Nutzung dieser wirkt jedoch sehr wohl lange nach. Aus diesem Grund haben die UN-Staaten beschlossen, Methan-Ausstöße zu reduzieren und sich erneut für Maßnahmen ausgesprochen, welche die jährliche Erderwärmung unter 1,5 Grad halten sollen.

Ein Ziel, welches aber schon seit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 ins Auge gefasst wurde.

Mehr als 35.000 Personen waren in diesen zwei Wochen an der Konferenz beteiligt, welche aufgrund von aktuellen Krisen um zwei Tage verlängert wurde. Der russische Angriff auf die Ukraine und die damit verbundenen Rohstoff-Engpässe sorgten für ein großes Fragezeichen in Europa: Wie können wir in Zukunft Energie beziehen?

Laut "DW" haben Länder wie Deutschland ihren Verbrauch fossiler Rohstoffe dieses Jahr sogar erhöht, also müssen bald Alternativen her.

Industriestaaten zahlen für Umweltschäden

Dadurch, dass die meisten Treibhausgase durch Industrieländer, "carbonbrief.com" zufolge am allermeisten durch die USA, verursacht werden, aber die Folgen schwächere Länder viel schlimmer treffen, wurde nun ein Deal abgemacht. Nachdem der Klimawandel bereits erste Folgen zeigt, welche vor allem Insel- und Wüstengebiete betreffen, sollen diese durch einen gemeinsamen Fonds von mehr als 190 Staaten vergütet werden.

Jedoch gibt es bereits erste Kritik an besagtem Deal. Dieser sei unvollständig ausformuliert. Demnach sei nicht festgelegt wie viel Geld überhaupt nötig ist, welches Land wie viel einzuzahlen hat, oder wer genau wie viel erhalten soll. Kurz gesagt: Das Prinzip steht – die Durchführung ist noch nicht da.

Außerdem gab es 2009 bereits das Versprechen von den Industriestaaten, bis 2022 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für globale Klimaziele zu stemmen. Dieses Ziel wurde im diesjährigen September auf 2025 verlegt.

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Klimawandel: Schäden in Milliardenhöhe

Die unfaire Wahrheit, dass diejenigen, die am wenigsten Verantwortung für den Klimawandel tragen, am meisten darunter leiden, stößt auch bei der Konferenz sauer auf. Pakistan war zum Beispiel diesen Sommer zeitweise zu einem ganzen Drittel unter Wasser. Neben Überschwemmungen und erhöhten Meeresspiegeln ist auch Wasserknappheit ein großes Problem.

Während Indien und Ostafrika Dürre und unerträgliche Hitzewellen erlebten, konnten sich Westafrika und Pakistan vor den Wassermassen nicht retten. Humanitäre Krisen in den betroffenen Regionen sind die Folge.

Zynischerweise könnte man verorten, dass Geld teilweise wichtiger zu sein scheint als das Wohlergehen unseres Planeten, wobei ein Fortführen des aktuellen Fahrplans laut "Vox" bereits in acht Jahren Kosten von bis zu 580 Milliarden US-Dollar pro Jahr verursachen könnte. Auch Verantwortung scheint kaum ein Land übernehmen zu wollen, blickt man doch lieber in eine utopische Zukunft, die es so noch gar nicht gibt.

Greta Thunberg ist zur COP25 2019 klimaneutral mit dem Boot nach Madrid gereist. Dieses Jahr war sie nicht dabei, ebenso wenig anwesend waren VertreterInnen aus China oder Indien – die Länder, die neben den USA am meisten Treibhausgase ausstoßen. Währenddessen entsandten Firmen, die fossile Rohstoffe fördern, mehr RepräsentantInnen als je zuvor.

Fakt ist: Ohne eine anständige globale Zusammenarbeit wird das Eindämmen der globalen Erwärmung zur unüberwindbaren Hürde. Unserer Erde geht so langsam die Kraft aus.