Viagra: Erfahrungsbericht

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Welt-Viagra-Tag: Wunderpille oder doch lieber Finger weg?

K.at sprach mit einem Anwender über die Vor- und Nachteile von Viagra. Was ist dran an der blauen Pille?

Am 27. März 1998 wurde Viagra von der amerikanischen Arzneimittelbehörde erstmals zugelassen. Die positive Wirkung des Wirkstoffs Sildenafil auf die Libido wurde wie so oft durch Zufall entdeckt: Bei Forschungen rund um koronare Herzerkrankungen meldeten Probanden, dass sie zumindest rund um Erektionsstörungen nun Abhilfe gefunden hätten. Doch die Pille kam immer wieder in Verruf –  manche Anwender klagten über Nebenwirkungen und von seitens der Behörden gab es die Befürchtung, dass sich Viagra als Partydroge etablieren könnte.

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Was sind PDE-5-Hemmer?

Die Wirkstoffe von Viagra (Sildenafil), Cialis (Tadalafil), Levitra (Vardenafil) oder ihren zahlreichen Generika zählen zu den PDE-5-Hemmern, wie "Focus" erklärt. Sie sorgen dafür, dass das körpereigene Enzym, das den Schwellkörper (den Penis) wieder zum Erschlaffen bringt, blockiert wird. Das Ergebnis: Der Penis bleibt steif. Medikamente mit diesem Wirkstoff sind streng rezeptpflichtig und werden nur nach einer ärztlichen Untersuchung verschrieben. 

Nebenwirkungen, die bei der Anwendung von Viagra auftreten können, sind laut dem Hersteller Pfizer:

  • Kopfschmerzen
  • Hautrötungen
  • Dyspepsie (Schmerzen im Oberbauch, Erbrechen, Sodbrennen, Völlegefühl)
  • Verstopfung der Nase
  • Schwindel
  • Übelkeit
  • Hitzewallungen
  • Sehstörungen

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Wie der Urologe Christian Wülfing gegenüber "RND" erklärt, könne man diese Mittel aber "durchaus oft nehmen". Es ergebe sich jedoch die Gefahr, dass zum Beispiel schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinfarkte durch die Anwendung übersehen werden, da eine Erektionsabschwächung ein frühes Warnsignal dafür sein kann.

Viagra auch für junge Männer?

Auch das Stereotyp, dass nur ältere Personen diese Art der Potenzmittel verwenden, ist ein Mythos – es gibt laut dem Arzt ebenso viele "normale gesunde Männer, die ihre Erektion etwas optimieren wollen". K.at hat mit einem dieser Anwender, dem 33-jährigen Tom C. (Anm. red, Name geändert), gesprochen und ihn befragt, weshalb er Potenzmittel einnimmt und ob er selbst schon mit Nebenwirkungen zu kämpfen hatte.

k.at: Wie war deine erste Erfahrung mit Viagra?

Tom C.: Das erste Mal hab ich Viagra während der Studienzeit ausprobiert, also mit Anfang 20. Ein Freund von mir hatte Viagra-Tabletten übrig, die er von seinem Vater bekommen hat, der Arzt ist. Man hat ja nicht so leicht Zugriff darauf. Die Erfahrung war aber nicht so cool, weshalb ich es dann eigentlich nie wieder verwendet habe. Die Nebenwirkungen waren heftig, ich hatte so starkes Herzrasen, so als hätte ich drei Energydrinks getrunken und auch einen roten Kopf. Danach habe ich nur mehr Cialis genommen, das funktioniert besser und wirkt länger.

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K.at: Was ist deiner Erfahrung nach der Vorteil von Cialis gegenüber Viagra?

Tom C.: Die Nebenwirkungen sind zumindest bei mir viel geringer. Es ist allgemein beliebter, habe ich das Gefühl, weil es besser verträglich ist. Natürlich hat man hier auch Nebenwirkungen. Laut der Packungsbeilage kann es zu Gliederschmerzen führen und ja, manchmal habe ich danach einen steifen Nacken. Aber ganz ehrlich, wenn ich in einer Nacht circa fünf Stunden Sex habe, dann habe ich danach sowieso einen Muskelkater (lacht). Für mich funktioniert es spitzenmäßig.

K.at: Du bist aber ein, rein physiologisch gesehen, gesunder, junger Mann. Weshalb verwendest du Cialis?

Tom C.: Ja, ich bin gesund. Ich brauche es ja nicht wirklich, aber es intensiviert die Erektion – selbst eine kleine Dosis hilft. Es ist einfach super praktisch, weil man bekommt nicht sofort eine Erektion, sondern man muss dafür schon sexuell erregt sein. Aber dann geht sie halt nicht mehr weg. Es ist wie so ein kleiner Cheat. 

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K.at: Nimmst du es regelmäßig?

Tom C.: Manchmal beim Fortgehen hab ich die Tabletten mit, wenn ich weiß, dass ich nach Alkoholkonsum potenziell ein Ass im Ärmel brauchen kann. Das könnte schon ein psychologischer Faktor sein, der beruhigt. Es ist wahrscheinlich auch gut, wenn man nervös ist vor einem Date und man eine Frau beeindrucken möchte – also, wenn es um Sex geht.

K.at: Bist du der einzige in deinem näheren Umfeld, der es regelmäßig verwendet?

Tom C.: Von meinen Freunden nehmen es wirklich viele, egal ob Single oder vergeben. Ich könnte jetzt viele Namen aufzählen (lacht). Es ist irgendwie ein Service für die Frau wahrscheinlich, weil der Sex dann länger dauert. Es ist eine gute Sache.