Magdalena Abakanowicz ist auf dem heutigen (20. Juni) Google Doodle zu sehen, sie war eine polnische Künstlerin.

Screenshot Google

Google Doodle: Wer ist Magdalena Abakanowicz?

Das heutige Google Doodle feiert eine polnische Künstlerin, welche der Bildhauerei neue Texturen brachte.
Dario Bojic

Am heutigen Tag, im Jahr 1930, erblickte im polnischen Falenty Marta Magdalena Abakanowicz das Licht der Welt. Ihre Kunstwerke verbanden erstmals die Bildhauerei mit Textilien, um ihre eigene Schöpfung, die "Abakans", zu kreieren. Obwohl ihre Kunstwerke dementsprechend weich waren, zeigen sie auf einzigartige Weise die Härte der Zwischenkriegsjahre und weiter die Rauheit des Lebens im Zweiten Weltkrieg. Zu ihrem 93. Geburtstag widmet Google ihr deswegen ein Doodle.

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Stille, Krieg und Abakans

Abakanowicz verstand es besonders gut, die Menschenverachtung der Kriegsführung darzustellen. Besonders im Zweiten Weltkrieg verschwand das Individuum in der Gesellschaft immer mehr. Ihr Jahrgang ist als die "Generation Silent", also "stille Generation" bekannt, welche ein 1951 erschienener Artikel in der "TIMES" wie folgt beschreibt: "Das beunruhigendste an der jüngeren Generation ist ihre Stille. Bis auf ein paar seltene Ausnahmen, ist die Jugend weit entfernt vom Podium. Im Vergleich zu ihren brennenden Eltern, ist die heutige Jugend eine ruhige, kleine Flamme. Sie schreiben keine Manifeste oder Reden und hängen auch keine Poster auf."

Das Doodle lässt erkennen, welche Art von Künstlerin Abakanowicz war. Durch den Krieg wurde sie früh zur Reife gezwungen, ihre Kindheit wurde kurzgehalten. In den 60er Jahren erlangte sie internationale Aufmerksamkeit durch ihre "Abakans". Dabei handelt es sich um teils metergroße Textil-Skulpturen, die meist von der Decke hingen. Der Name leitet sich von ihrem Nachnamen ab, da sie eine Pionierin in dieser Kunstrichtung des Webens von dreidimensionalen Skulpturen war.

Ihre weiteren Werke zeigten sehr eindrücklich, wie die Kriegsführung des 20. Jahrhunderts mit der Menschlichkeit umging. Oft zeigten ihre Installationen große Gruppen von Figuren, alle unterschiedlich, aber doch in einer Einheit, eben wie ein Soldatentrupp. Obwohl ihre Figuren teilweise aus Metall und Stein geschaffen sind, sprießen sie vor menschlicher Emotion und erwecken ein Gefühl von Betroffenheit.

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Alles in allem kann man Magdalena Abakanowicz Kunst als eine Art Rebellion sehen, als ein stiller Protest. Sie bildete die menschliche Erfahrung auf damals völlig neue Weise ab und schaffte es, universal verständliche Kunst zu schaffen, welche ohne Worte und Beschreibungen auskommt. 

Ihre Kunstwerke sind überall auf der Welt zu sehen, vor allem jedoch widmet sich die Marlborough Gallery in New York den Werken der 2017 schließlich verstorbenen Künstlerin.