Duftkerzen können schädliche Stoffe freisetzen.

Unsplash / Rebecca Peterson Hall

Kopfschmerzen & Co.: Sind Duftkerzen gesundheitsschädlich?

Sie verleihen dem Raum einen tollen Duft und eine angenehme Stimmung. Duftkerzen können aber bedenkliche Stoffe freisetzen.

Juhu, die gemütliche Jahreszeit hat begonnen! Das bedeutet raus mit den Duftkerzen, rein in die Kuscheldecke und ganz viel Tee trinken. Duftkerzen und Raumdüfte verströmen herrliche Noten von Vanille, Orange oder Zimt im ganzen Raum. Was dem Wohlbefinden richtig gut tut, kann für die Gesundheit nur leider ziemlich schlecht sein. ForscherInnen haben herausgefunden, dass Kerzen bedenkliche Stoffe freisetzen und dadurch zu Kopfschmerzen, Schwindel und weiteren Beschwerden führen können. 

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Überraschende Warnhinweise

Auf den Kerzen-Etiketten befinden sich einige Warnhinweise. Beispielsweise dass man sie nicht ans Fenster stellen soll, um Zugluft zu vermeiden. Das ist noch verständlich, aber es wird auch davon abgeraten, die Kerze auszupusten. Hä? Das macht doch eigentlich jede/r?

So macht man es richtig: Die Flamme sollte im Idealfall mit einem Kerzen- oder Dochtlöscher erstickt oder ausgedrückt werden, um Rauchbildung und ein unnötig langes Glimmen des Kerzendochts zu vermeiden. 

Gefahrenquelle Rußpartikel und Feinstaub 

Das dänische Umweltministerium hat eine Studie zu Emissionen von Kerzen in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Kerzen würden jede Menge Feinstaub in die Luft, also sprich in unseren Wohnzimmern abgeben. Besonders erschreckend: Rußt die Kerze, können sogar 30 bis 70 Mal mehr Feinstaubpartikel abgegeben werden.

Ist die Flamme ruhiger, dann kommen die Stoffe mehr aus dem Kerzendocht. Dabei handelt es sich meist um wasserlösliche Salze, die von unseren Lungen aufgenommen und in der Regel relativ gut abtransportiert werden, so die Toxikologin Heidi Brueckmann vom Umweltministerium Dänemark im Interview mit SWR Marktcheck. Rußpartikel hingegen würden in der Lunge verbleiben. 

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Können Duftkerzen schädlich sein?

Eine hohe Feinstoffkonzentration in der Lunge kann laut einer Studie zu Entzündungen und leichten negativen Veränderungen in der Lungenfunktion führen. Auch negative Effekte auf das Herz-Kreislaufsystem lassen sich mit (Duft-)Kerzen in Verbindung bringen. Insbesondere für Menschen mit sensiblen Lungen, die beispielsweise an Asthma leiden, stellt dies eine Gefahrenquelle dar.

Krebserregende Stoffe und zahlreiche Allergene

Aber nicht nur der Ruß kann sich negativ auf die Gesundheit auswirken, vor allem auch die Stoffe im Kerzenwachs stellen eine Gefahr dar. So enthalten zahlreiche Duftkerzen den Stoff Limonen. Hierbei handelt es sich um eine farblose Flüssigkeit aus Kohlenstoff und Wasserstoff mit zitronenartigem Geruch. An sich ein natürlicher Stoff, der in vielen Pflanzen vorkommt. 

Klingt auf den ersten Blick harmlos, laut einem Bericht von "Focus" haben ForscherInnen aber herausgefunden, dass Limonen mit dem natürlichen Ozon in der Luft reagiert. Als Folge entsteht die Chemikalie Formaldehyd, welche dafür bekannt ist, die Schleimhäute zu reizen und sogar Krebs im Nasenrachenraum verursachen kann. Die krebserregend Wirkung ist laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung hinreichend belegt. Außerdem kann Formaldehyd zu Husten, Nasenbluten und trockenen, juckenden Augen führen. 

Andere Duftstoffe wie Citral, Farnesol und Linalool stellen ebenso ein Problem dar, da sie allergische Reaktionen wie juckende Haut, Ausschlag oder Kopfschmerzen verursachen können. 

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Nachhaltigere Kerzen aus Bienen-, Raps- oder Sojawachs

Menschen, die allergisch auf ätherische Öle reagieren und anfällig sind für Beschwerden wie Kopfschmerzen, sollten am besten ganz auf Duftkerzen und Raumdüfte verzichten. Umweltfreundliche und unbedenklichere Alternativen zum herkömmlichen Kerzenrohstoff Paraffin, das aus Erdöl gewonnen wird, sind beispielsweise Kerzen auf Basis von Bienen-, Raps- oder Sojawachs. 

Grundsätzlich gilt: Wer keine Duftallergien hat, der kann sich ruhig hin und wieder eine Duftkerze anzünden. Wichtig ist nur, die Kerze keiner Zugluft auszusetzen, die Flamme besser zu ersticken als sie auszupusten und anschließend mindestens fünf Minuten stoßlüften. Zimmerpflanzen können übrigens auch helfen, gefährliche Stoffe zu absorbieren. 

 

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