Warum man Hähnchenfleisch nicht waschen sollte.

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Darum solltest du Hühnerfleisch vor dem Braten nicht waschen!

Hähnchenfleisch vor dem Zubereiten zu waschen, klingt einleuchtend. ExpertInnen warnen aber vor der weitverbreiteten Praxis.

Eigentlich ganz logisch: Vor der Zubereitung des Hühnerfleisches will man es durch gründliches Waschen von Verunreinigungen befreien. Doch Gesundheitsbehörden warnen sogar davor, rohes Geflügel abzuwaschen.

Warum das so ist und wie man das Fleisch am hygienischsten zubereitet, erfährst du hier. 

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Warum soll man rohes Fleisch nicht waschen?

Laut dem "NHS" (National Health Service) in Großbritannien sowie dem "RKI" (Robert-Koch-Institut) können sich durch das Waschen des rohen Fleisches Keime besonders schnell und großflächig in der Küche verteilen. Schuld daran sind die Wasserspritzer, welche die Krankheitserreger, die sich häufig auf rohem Geflügelfleisch nachweisen lassen, mehr als 50 Zentimeter weit verbreiten können.

Zu den Keimen zählen unter anderen Campylobacter und Salmonellen, die Lebensmittelvergiftungen auslösen können. Das Bundesamt für Verbraucherschutz hat in Untersuchungen herausgefunden, dass in mehr als 37 Prozent von Masthähnchenfleisch Proben von Campylobacter zu finden sind, wie "ARD Mittagsmagazin" berichtet. 

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Bakterien über kleinste Wassertröpfchen von der Oberfläche des Fleisches auf die umliegenden Flächen übertragen werden können, bestätigt die Warnungen der Gesundheitsbehörden. Mithilfe von Hochgeschwindigkeitsaufnahmen fand das ForscherInnenteam außerdem heraus, dass die Bakterien stärker verteilt werden, je höher der Wasserhahn montiert ist und je stärker das Wasser aufgedreht wird. Der Wasserstrahl kann eine Mulde im weichen Hähnchenfleisch erzeugen, was zu wesentlich mehr Wasserspritzern führt.

Übrigens führt das Waschen mit Wasser nicht dazu, dass sämtliche Bakterien vom Fleisch entfernt werden.

So bereitet man Geflügel hygienisch zu

Am besten ist es, das Huhn gründlich zu kochen beziehungsweise zu braten, ohne es vorher zu waschen. Eine zu niedrige Gartemperatur führt jedoch dazu, dass die Keime nicht vollständig abgetötet werden. Laut dem "AOK Gesundheitsmagazin" kann man sichergehen, dass das Fleisch durchgegart ist, wenn es eine helle, weißliche Farbe annimmt. Wer ein Thermometer hat, kann die Kerntemperatur des Fleisches messen. Liegt diese für etwa zwei Minuten bei mindestens 70 Grad, kann das Geflügelfleisch bedenkenlos verzehrt werden. Zudem sollten andere Lebensmittel auf keinen Fall in Berührung mit dem rohen Fleisch kommen.

    Weitere Empfehlungen des "National Health Services":

    • Rohes Fleisch nicht waschen
    • Unterschiedliche Utensilien und Schneidebretter für rohes und gekochtes Fleisch sowie für Beilagen wie Gemüse verwenden
    • Messer, Teller und Schneidebretter zwischen den Arbeitsschritten gründlich mit Spülmittel, heißem Wasser und einem sauberen Schwamm waschen
    • Hände stets gründlich mit Seife waschen, bevor man rohes Fleisch anfasst, nach der Zubereitung erneut waschen

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    Schneidebrett aus Holz oder Plastik verwenden?

    Entgegen dem weit verbreitetem Irrglauben, dass Holzbretter unhygienischer als Plastikbretter seien, belegen Studien, dass bestimmte Hölzer antimikrobielle Eigenschaften besitzen. Dazu zählen beispielsweise Kieferholz, Lärche, Eiche oder Bambus.

    Kunststoffbretter hingegen haben den Vorteil, dass sie sich problemlos bei hohen Temperaturen in der Spülmaschine reinigen lassen und Gerüche an ihnen nicht so haften bleiben wie es bei Holzbrettern der Fall sein kann. Was man also letztendlich wählt, ist eine Frage des Geschmacks und des Geldes. 

    Grundsätzlich sollten Schneidebretter regelmäßig ausgetauscht und nach jeder Verwendung mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt werden. Die Bretter anschließend gut trocknen lassen, da viele Keime nicht trocknungsresistent sind. 

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    Wer trotz der Kontaminationsgefahr nicht auf das Waschen des rohen Fleisches verzichten möchte, der sollte das Geflügel im Wasserbad waschen und nicht unter laufendem Wasser. Anschließend das Fleisch mit einem Papiertuch trockentupfen, jenes entsorgen und den Arbeitsplatz im Anschluss gründlich reinigen. Nur so lässt sich das Risiko einer Kreuzkontamination verringern und die Zubereitung hygienisch gestalten.