More Nutrition von Foodwatch verklagt: Christian Wolfs Statement

k.at Redaktion

More Nutrition von Foodwatch verklagt: Christian Wolfs Statement

Der Supplement-Hersteller wurde von Foodwatch wegen unzulässiger Gesundheitsversprechen verklagt. Auch eine Petition wurde gestartet.
Monika Kässer

Die Rückschläge für den Elmshorner Supplement-Hersteller reißen nicht ab. Erst kürzlich stand More Nutrition vor Gericht, denn die Verbraucherzentrale NRW ging wegen irreführender Werbung gegen die Fitness-Marke vor – und das mit Erfolg (mehr Infos dazu hier!)

Nun flatterte die nächste Hiobsbotschaft ins Haus: Foodwatch verklagte den Konzern wegen unzulässiger Gesundheitsversprechen. More-Nutrition-Mitgründer Christian Wolf, der sich im September 2023 aus den Geschäften der Firma, hinter der die Quality First GmbH steht, zurückgezogen hat, meldete sich auf Instagram mit einem Statement zu Wort. 

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Welche Vorwürfe stehen im Raum?

Foodwatch, ein deutscher gemeinnütziger Idealverein, der sich mit den Rechten von Verbraucher:innen und der Qualität von Lebensmitteln beschäftigt, wirft More Nutrition vor, ihre Kundschaft mit unzulässigen Gesundheitsversprechen in die Irre zu führen. Aufgrund dessen hat der Verein Klage beim Landgericht Itzehoe in Schleswig-Holstein eingereicht

Auf der Homepage von Foodwatch heißt es: "In zahlreichen Posts auf den reichweitenstarken Social-Media-Kanälen des Unternehmens berichten Influencer:innen und Kund:innen davon, dass die Produkte angeblich beim Abnehmen helfen oder Frauen indirekt dabei unterstützen, schwanger zu werden." Diese Behauptungen würden gegen die europäische Health-Claims-Verordnung verstoßen. Zuvor habe sich More laut Foodwatch geweigert, die Werbung von Instagram zu entfernen und eine Unterlassungserklärung abzugeben.

Was Foodwatch konkret fordert: More Nutrition soll Kund:innenberichte auf Social Media nicht mehr teilen und bewerben dürfen.

Statement von Christian Wolf zur Foodwatch-Klage

Fitness- und Ernährungsinfluencer Christian Wolf hat zu der Klage Stellung bezogen. Die ganze Sache habe ihn "ziemlich traurig gemacht" und "irgendwo frustriert". Er berichtet: "Wir wollen echte Leute mit echten Erfolgen, anstatt irgendwelche Influencer:innen zu bezahlen. Und jetzt kommt der Punkt, wo Foodwatch reinkommt und sagt, das dürft ihr nicht, ihr dürft keine echten Kund:innenberichte posten." 

Weiter führt er aus: "Ich fände es ja okay, wenn sie sagen 'Hey, wir glauben nicht, dass diese Berichte echt sind, beweist das nochmal!', aber nein, denen ist egal, ob das stimmt oder nicht. Weil, wenn Leute sagen, dass sie mit More-Produkten abgenommen haben, dann ist das Schlankheitswerbung und Schlankheitswerbung ist verboten, weil das darf man ja nicht sagen und deswegen dürfen diese echten Erfahrungen nicht geteilt werden." Er empfindet die Klage als "Missbrauch der Gesetzeslage". 

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Petition gegen More Nutrition

Was sagt Foodwatch dazu? Laura Knauf, die für Recherche und Kampagnen bei Foodwatch zuständig ist, erklärt: "More Nutrition beruft sich bei seinen Gesundheitsversprechen auf persönlichen Erfahrungen und ausgewählte Studien, die größtenteils von der Industrie finanziert werden. Das ist irreführend und illegal."

Mittlerweile hat Foodwatch auch eine Petition mit dem Titel "No More Nutrition: Abnehmlügen stoppen!" ins Leben gerufen, die bereits über 14.000 Unterschriften zusammentragen konnte. Darin wird ebenso gefordert, die irreführende Werbung zu beenden.