Dead Internet Theory: Ist das Internet womöglich 2016 "ausgestorben" und besteht seitdem nur noch aus Bots?

DALL-E / Dario Bojic

"Dead Internet Theory": Das gesamte Internet soll fake sein?

Eine Theorie, die einen Funken Wahrheit enthält und vielleicht unsere Zukunft verändern könnte? Verschwörung ahoi!
Dario Bojic

In den unendlichen Weiten des Internets gibt es eine Theorie, so geheimnisvoll und zugleich belustigend, dass sie die Aufmerksamkeit selbst der skeptischsten Surfer:innen auf sich zieht: die "Dead Internet Theory". Glaubt man ihr, so ist das Internet schon lange kein echter Ort für echte Menschen mehr, sondern lediglich ein Schatten einer einstigen Online-Zivilisation.

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Was ist die "Dead Internet Theory"?

Stelle dir vor, du surfst durch das Internet, durchstöberst Foren, liest Kommentare und interagierst mit Inhalten. Aber was, wenn ich dir sage, dass ein Großteil dessen, was du siehst, eigentlich das Werk künstlicher Intelligenzen und nicht von Menschen wie dir und mir ist? Genau das behauptet die "Dead Internet Theory". Ihre Anhänger:innen glauben, dass das echte, menschlich betriebene Internet irgendwann um 2016 herum gestorben ist und seitdem hauptsächlich von Bots und KI-Systemen betrieben wird. Die Idee mag auf den ersten Blick faszinierend erscheinen, lädt aber bei näherer Betrachtung durchaus zu schmunzelndem Kopfschütteln ein.

"The Atlantic" widmete der Story 2021 einen gesamten Coverartikel mit dem Titel: "Falls du es verpasst hast, das Internet ist vor fünf Jahren gestorben!"

Woher kommt die "Dead Internet Theory"?

Die Geburtsstunde der "Dead Internet Theory" schlug in den versteckten Winkeln des Internets, insbesondere in Foren wie 4chan, einem Ort, der für seine lebendige Community und seine Rolle als Katalysator für zahlreiche Internetkulturen und -theorien bekannt ist. In diesen Foren, in denen Anonymität herrscht und die Grenzen zwischen Ernst und Scherz oft verschwimmen, findet die Theorie einen fruchtbaren Boden.

Anhänger:innen der Theorie nutzen Plattformen wie 4chan, um ihre Ansichten zu teilen, "Beweise" zu diskutieren und Theorien über das Ausmaß der KI-Dominanz im Internet zu spinnen. Diese Foren dienen als Echokammern, in denen die "Dead Internet Theory" nicht nur überleben, sondern gedeihen konnte, unterstützt von einer Mischung aus spekulativer Faszination und der Liebe zum Absurden, die solche Online-Communities oft auszeichnet.

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Warum die Theorie fasziniert

Verschwörungstheorien haben schon immer eine seltsame Anziehungskraft auf uns Menschen ausgeübt, und die "Dead Internet Theory" ist da keine Ausnahme. Vielleicht ist es der Gedanke, dass nicht alles so ist, wie es scheint, oder der Reiz, "hinter den Vorhang" zu blicken, der uns fasziniert. Die "Dead Internet Theory" spielt mit unserer Wahrnehmung des Internets und unserer digitalen Umgebung und regt zum Nachdenken über die "Echtheit" der digitalen Welt an. 

Doch die Theorie vom toten Internet fasziniert Menschen auch, weil sie zu einem gewissen Teil Wahrheit enthält. Es treiben sich im Internet vor allem in Zeiten von Desinformation und Fake News eben eine Menge Bots und fragwürdige Accounts herum, besonders in sozialen Medien. Beinahe idente Textpostings können von Tausenden von Bots gleichzeitig abgesetzt werden, und dadurch sogar Wahlmanipulation bewirken.

Eine Forscherin der Universität of Sydney fand heraus, dass politische Kampagnen in sozialen Medien vor allem durch einen sogenannten "Megaphon-Effekt" beeinflusst werden können. Fake-Accounts würden demnach als Verstärker für die Postings agieren können, welche dadurch mehr Personen erreichen.

Die humorvolle Seite der "Dead Internet Theory

Bei aller Ernsthaftigkeit, die Verschwörungstheorien manchmal umgibt, ist es wichtig, auch die humorvolle Seite zu sehen. Stell dir vor, jedes Katzenbild, das du online siehst, wurde von einer KI erstellt, die eine tiefe Leidenschaft für flauschige Vierbeiner entwickelt hat. Oder denk an die Möglichkeit, dass dein Lieblingskommentar in einem Forum nicht von einem Gleichgesinnten stammt, sondern von einem ausgeklügelten Bot, dessen einzige Lebensaufgabe darin besteht, witzige Bemerkungen zu machen. Die "Dead Internet Theory" bietet unendlich viele Möglichkeiten für solche absurden Überlegungen, die uns zum Lachen bringen können, oder aber alles hinterfragen lassen, woran wir im World Wide Web glauben.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die "Dead Internet Theory" eine faszinierende Perspektive auf unsere digitale Existenz bietet. Sie erinnert uns daran, kritisch zu denken und nicht alles für bare Münze zu nehmen, was wir online sehen oder lesen. Sie lädt uns aber auch ein, über die Absurditäten zu lachen, die entstehen, wenn wir versuchen, die digitale Welt durch eine allzu skeptische Brille zu betrachten. Bleib neugierig, aber vergiss nicht, auch ein bisschen zu schmunzeln.