Der als "Anzeigenhauptmeister" auf TikTok bekannte Niclas M. (18) wurde attackiert.

APA/JAKOB GRUBER

Anzeigenhauptmeister: TikTok-Star erneut angegriffen?

Der 18-jährige Niclas M. verteilt als Privatperson Anzeigen an Falschparker:innen. Wurde er erneut angegriffen?
Dario Bojic

Niclas M., besser bekannt als TikToks "Anzeigenhauptmeister", hat bereits über 4.000 Anzeigen an die deutschen Behörden weitergeleitet. Sein "Hobby" stößt auf Widerstand und macht Autofahrer:innen in ganz Deutschland ordentlich sauer. Im Internet hagelt es für Niclas sogar unzählige Hasskommentare. Oft fotografiert er die Autos dabei. Viele Menschen stören sich an seinem Engagement. Am 2. März 2024 wurde Niclas M. der "BILD" zufolge in einem Zug von Fans bedrängt und es seien "ein paar Fäuste geflogen".

Nun gab es eine weitere Auseinandersetzung, bei der erneut die "echte Polizei" zur Hilfe kommen musste.

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Aktuell: Anzeigenhauptmeister von Frau "attackiert"

In einem aktuellen Video sieht man den Anzeigenhauptmeister Niclas mit einer scheinbaren Falschparkerin diskutieren. Allem Anschein nach hat er ihr Fahrzeug beim Falschparken fotografiert, um es mithilfe der App "Weg.li" sofort zu melden. Als die Dame dann nach dem Handy griff, soll sie den 18-Jährigen "geschubst" haben.

Videos, welche den Vorfall aus verschiedenen Winkeln zeigen, zirkulieren derzeit im Netz.

Viele Nutzer:innen merken an, dass sein Sturz doch etwas dramatisch aussieht. Außerdem: War eine Anzeige wegen Körperverletzung oder Nötigung hier wirklich notwendig? Das Verhalten des jungen Deutschen provoziert nicht wenige Leute.

Statement der Frau im Video: GoFundMe-Spendenaufruf gestartet

In einem Statement auf Instagram meldet sich nun die betroffene Frau zu Wort: "Er hat ein Foto von mir gemacht und nicht von meinem Auto. Ich habe ihm gesagt, er hat kein Recht, von mir ein Foto zu machen und dass ich möchte, dass er es löscht. Hat er nicht getan! Also lässt er sich rückwärts fallen und ruft Polizei und Krankenwagen ... wenn ich jetzt wirklich eine Anzeige wegen Körperverletzung erhalte, dann habe ich den Glauben an das Gesetz aber endgültig verloren."

In einem Spendenaufruf auf "GoFundMe" wendet sich die Frau nun an Menschen, die ihre Lage verstehen. Sie sei Mutter von zwei Kindern, welche sich nun aufgrund von zwei Anzeigen mit Anwält:innen und Rechtskosten herumschlagen müsse. 

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Davor: Von Fußballfan in der S-Bahn attackiert

Der Anzeigenhauptmeister war am 2. März am Weg zurück aus Chemnitz, er hatte dort tagsüber Falschparker:innen abgestraft. Als Fußballfans am späten Abend in seine S-Bahn stiegen, soll einer davon sein Handy gewaltsam entrissen haben, bevor es zur Attacke kam.

Aufgrund seiner Verletzungen musste Niclas mit dem Rettungswagen in eine nahe gelegene Klinik gebracht werden, wo er ambulant behandelt wurde. Es stellte sich heraus, dass er eine Prellung erlitten hatte. Sein Handy wurde in der Nähe der Gleise gefunden.

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Über 4.000 Anzeigen letztes Jahr

Stolz erzählt der "Anzeigenhauptmeister" in einer SPIEGEL-Reportage von seinem Hobby. Auch einige Zusammentreffen mit den falschparkenden Personen werden darin dokumentiert. Niclas behält in den Gesprächen fast immer den Ton eines Beamten bei, obwohl er eigentlich keiner ist.

Rechtlich gesehen macht er alles richtig, aber muss das denn sein? Zumindest fragen sich das regelmäßig die Leute unter den Videos über ihn, die millionenfach angesehen werden. In einem der Videos sieht man, wie ein von Niclas verärgerter Falschparker dann die Polizei alles klären lassen will.

Niclas ist dabei voll in seinem Element, reine Routine mittlerweile. Schon seit drei Jahren radelt er quer durch Deutschland und "erwirtschaftet" dabei für die Gemeinden Geld, wie er sagt. Und es zahlt sich anscheinend auch aus: Über 140.000 Euro hat er seiner eigenen Statistik zufolge allein 2023 eingetrieben. Klingt eigentlich fast lukrativ, doch der Anzeigenhauptmeister hat davon selbst nichts, außer einen Spaß vielleicht!

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Der Anzeigenhauptmeister ist in den Augen einiger eine Provokation, viele regen sich in den Kommentaren unter den Videos zu seiner Person über sein "Hobby" regelmäßig auf. Der Vorfall, der durch seine Bemühungen ausgelöst wurde, als Privatperson gegen Falschparker:innen vorzugehen, verdeutlicht die Risiken, die mit persönlichem Engagement für die öffentliche Ordnung verbunden sein können.