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Warum du dich vor dem Dating-Trend "Pedestaling" hüten solltest

Hast du schon einmal das Gefühl gehabt, dass du deinen Schatz "auf ein Podest" stellst? "Pedestaling" zeigt, warum das keine gute Idee ist.

Hast du schon einmal eine Person gedatet, von der du absolut überzeugt warst, dass er/sie nicht "in deiner Liga spielt" und möglicherweise sogar "viel zu gut" für dich ist? Jemanden zu bewundern, ist nichts Verwerfliches, doch wann wird es zu einem Problem, wenn wir anfangen, unsere Dating-PartnerInnen zu idealisieren? 

Genau hier setzt der Dating-Trend "Pedestaling" an. 

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Was ist "Pedestaling"?

"Pedestaling" leitet sich von dem englischen Begriff "to pedestal" ab. Auf Deutsch bedeutet das, etwas oder jemanden "auf ein Podest" zu stellen. Wie die Therapeutin Sally Baker gegenüber "Metro" erklärte, handelt es sich bei diesem Dating-Trend um ein "Wahrnehmungsproblem", das davon abhängt, wie man Dinge wie Reichtum, Schönheit, Beliebtheit oder Intelligenz schätzt.

Menschen, die ihre PartnerInnen idealisieren, leiden laut der Expertin auch häufig unter einem "Selbstwertproblem". Sie kompensieren ihre Unsicherheit mit der ungesunden "Vergötterung" ihrer PartnerInnen. 

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Die Angst, nicht "gut genug" zu sein

"Wenn man ein wirklich solides Selbstwertgefühl hat, ist man nicht daran interessiert, jemanden auf ein Podest zu stellen, egal wie schön oder reich man ist, weil man sich seiner selbst sicher ist", erklärte Baker. 

"Wenn wir unsere PartnerInnen idealisieren, lassen wir ihnen keinen Raum, um Fehler zu machen oder sie selbst zu sein", sagte Dating-Expertin Hayley Quinn gegenüber "Metro". Zwar spricht nichts dagegen, die guten Seiten einer Person zu sehen, doch man sollte sich immer wieder daran erinnern, dass unsere Liebsten "auch nur Menschen" sind. 

Denn wenn wir unsere Erwartungen an unsere Liebsten zu hoch schrauben, kann uns das letztlich daran hindern, in der Anfangsphase einer Beziehung eine authentische Verbindung aufzubauen. Zu hohe Erwartungen führen mit der Zeit zu Enttäuschungen. Irgendwann kollidiert die Fantasie, die man über eine bestimmte Persona aufgebaut hat, mit der Realität.

Zudem setzt man sich selbst unter Druck, weil man das Gefühl hat, dass der/die Liebste "alles perfekt meistert" und man schlussendlich "nicht gut genug" sei. Die Tatsache, dass man Mist baut und Fehler macht, gehört dazu – im Gegensatz zur scheinbar "perfekten Person", der niemand gerecht werden kann. 

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Das sind die Anzeichen von Pedestaling

Doch wie merkt man, ob der/die PartnerIn "Pedestaling" ausübt? Laut Baker ist ein klares Anzeichen dafür vor allem die Tatsache, dass uns unser/e Liebste/r ständig mit Lob überschüttet, sodass es sich nach einiger Zeit fast "unangemessen" anfühlt. 

Bist du jedoch der-/diejenige, die den/die PartnerIn "anhimmelt", dann solltest du darauf achten, wie du über ihn/sie sprichst. Neigst du dazu, deinen Schatz besser dastehen zu lassen, indem du deine Persönlichkeit oder Talente herunterspielst? Dann ist das definitiv ein Zeichen für "Pedestaling". 

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In einer Beziehung sind beide PartnerInnen gleichberechtigt

Bevor du dich also fragst, ob eine Person "perfekt" ist, solltest du dich lieber fragen, ob er/sie "perfekt für dich" ist! Die ExpertInnen raten, sich an alle großartigen Errungenschaften im Leben zu erinnern und sein eigenes Selbstwertgefühl nicht zu vergessen. Jeder Mensch ist einzigartig, und sich andauernd mit seinem/r Liebsten zu vergleichen, kann auf Dauer nicht glücklich machen.

In einer Beziehung sind beide PartnerInnen gleichberechtigt  – ihr seid eine Union und genau so solltet ihr euch auch verhalten. Wer dazu neigt, seinen Schatz zu "vergöttern", wird also schnell mit der bitteren Wahrheit konfrontiert. Er/sie macht auch Fehler, ist nicht immer perfekt und das ist auch gut so, weil es vor allem menschlich ist. 

Dass du deine/n Liebste/n unglaublich hübsch, klug und witzig findest, ist berechtigt. Aber vergiss nicht, dass du das genauso bist. Jede/r von uns hat eigene Eigenschaften und Qualitäten, die uns einzigartig machen. Du bist großartig, so wie du bist, sonst wäre er/sie nicht mit dir zusammen. Und auch wenn du dich selbst lobst und über deine tollen Talente sprichst, führt das nicht dazu, dass dein/e PartnerIn plötzlich "schlechter" dasteht. 

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Merk dir eins: Menschen sind keine Autos. Es gibt keine "besseren" oder "schlechteren" Modelle, geschweige denn eine "Liga", in die du Personen einordnen kannst. Unsere Fähigkeit, Fehler zu machen und uns weiterzuentwickeln, macht uns überaus liebenswert. 

Wir sind alle so perfekt "unperfekt".